Anette Blaschke, M. A.

Email: anette.blaschke |
Leibniz Universität Hannover Historisches Seminar Im Moore 11a 30167 Hannover |
Tel.: +49 (0)511 762-2279 und +49 (0)511 762-17446 Wenn telefonisch keine Erreichbarkeit besteht, benutzen Sie bitte die oben genannte E-Mail-Adresse. |
Projekt IVa: Ideologische Mobilisierung im „völkischen Kernland“:
Zur Wirkungsmacht der „Volksgemeinschaft“ in Hameln und den kleineren Inszenierungsorten der „Blut-und-Boden“-Ideologie und zum Umgang mit diesen Traditionen in der lokalen Erinnerungskultur
Betreuer: Prof. Dr. Karl Heinz Schneider, Leibniz Universität Hannover
Kurzbiografie
SoSe 2011 | Seminar am Historischen Seminar der Universität Hannover in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Hannover |
seit 07/2009 | wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungskolleg „Nationalsozialistische ‚Volksgemeinschaft‘: Konstruktion, gesellschaftliche Wirkungsmacht und Erinnerung vor Ort“ mit einem Projekt zur „Wirkungsmacht der ‚Volksgemeinschaft‘ in Hameln und den kleineren Inszenierungsorten der ‚Blut-und-Boden‘-Ideologie und zum Umgang mit diesen Traditionen in der lokalen Erinnerungskultur“ |
05/2008 – 05/2009 | Betreuung des politisch-historischen Bildungsprojektes „Demokratie auf Achse“ im Auftrag des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern |
02/2008 – 05/2008 | Praktikum bei der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Schwerin |
2002 – 2008 | Studium der Angewandten Kulturwissenschaften in Lüneburg mit dem Studienschwerpunkt Sozial- und Kulturgeschichte |
Kurzbeschreibung des Forschungsprojektes
Im Fokus dieser Teilstudie stehen die aufwändigen nationalsozialistischen Masseninszenierungen an den „bösen Orte“ (Porombka/Schmundt 2005) der „Blut-und-Boden“-Inszenierungen im „völkischen Kernland“ Niedersachsen. Bei den kultisch gestalteten öffentlichen Feiern und Veranstaltungen kamen alle denkbaren technischen und inszenatorischen Mittel der Propaganda zum Einsatz, um die Sehnsüchte der Bevölkerung nach Identität, Gemeinschaft, sozialer Stabilität und nationaler Größe zu bedienen und somit eine möglichst breite ideologische Mobilisierung für die Schaffung und Festigung der angestrebten „Volksgemeinschaft“ zu erreichen. Die Untersuchung konzentriert sich auf einen Veranstaltungsort von nationaler Bedeutung und drei Veranstaltungsorte mit regional begrenztem Wirkungskreis: 1. Am Bückeberg bei Hameln fanden von 1933 bis 1937 die Reichserntedankfeste als Staatsakt mit einem für die Dramaturgie des Ereignisses zentralen Auftritts Adolf Hitlers und zeitweise über eine Millionen Teilnehmer statt. 2. In der Freilichtbühne und Kultstätte „Stedingsehre“ in Bookholzberg, wurden völkische und heimatverbundene Stücke vor insgesamt mehr als hunderttausend Zuschauern aufgeführt. 3. Den „Sachsenhain“ bei Verden planten die Nationalsozialisten als großflächige Denkmalanlage mit imposanter Thingstätte. Lediglich 4.500 Findlinge wurden 1935 auf dem Gelände eingeweiht, die größeren Bauvorhaben blieben Entwürfe. 4. Der traditionelle Landtagsplatz bei Hösseringen in der Lüneburger Heide dokumentiert eine kleinere nationalsozialistische Thing-Stätte, die mit Felsbrocken in Form eines kreisrunden „Bauernthings“ gestaltet wurde. Vor allem die Untersuchung der längerfristigen Wirkung auf die Bevölkerung der näheren Umgebung dieser Inszenierungsorte in einem systematischen Analyserahmen, der sich an der Gesamtthematik des Forschungsprojektes orientieren wird, soll im Rahmen dieser Teilstudie im Mittelpunkt stehen. Dabei wird vorausgesetzt, dass ein Großteil der Festbesucher aus dem regionalen Umfeld kam und viele Bewohner in die Vorbereitungen eingebunden waren bzw. von den Inszenierungen profitierten. Die Erarbeitung der Fallstudie gliedert sich chronologisch in drei Arbeitsschritte: 1. 1933 bis 1938: Untersuchung der Resonanz der Bevölkerung auf die „Blut-und-Boden“-Inszenierungen der 1930er Jahre und ihre Bedeutung für die Produktion von „Volksgemeinschaft“ anhand von Berichten und zeitgenössischen Einschätzungen 2. 1938 bis 1945: Untersuchung der Bedeutung des noch vor Kriegsbeginn zu verzeichnenden Abbruchs der „Blut-und-Boden“-Konjunktur bzw. der über den „Bauerndiskurs“ vermittelten Mobilisierungspolitik für die auf der lokalen Ebene stattfindenden Rezeption der NS-Kultstätten und die Einstellung zur „Vlksgemeinschaft“ 3. seit 1945: Untersuchung des Umgangs mit dem Erbe der „Blut-und-Boden“-Inszenierungen nach 1945 |


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