Priv.-Doz. Dr. Lu Seegers

Leibniz Universität Hannover Historisches Seminar Im Moore 11a 30167 Hannover Email: seegers (0049)-511-762-17449 Wenn telefonisch keine Erreichbarkeit besteht, benutzen Sie bitte die oben genannte E-Mail-Adresse. |
Projekt IVb: Ideologische Mobilisierung im „völkischen Kernland“. Zur Wirkungsmacht der Volksgemeinschaft – Goslar/milieuspezifischer Ansatz (Postdoc-Projekt)
Betreuer: Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann, Leibniz Universität Hannover
Kurzbiografie
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| Hochschulabschlüsse | ||
10/1987 - 11/1994 | Magisterstudium Geschichte und Politische Wissenschaft an der Leibniz Universität Hannover. Abschluss mit „Sehr gut“ | ||
10/1999 | Dissertation: „Rundfunk, Technik und Familie. Die Programmzeitschrift HÖRZU und ihre Vorläufer (1931-1965)“. Historisches Seminar, Leibniz Universität Hannover. | ||
03/2000 | Promotion mit „Magna cum laude“. | ||
06/2011 | Habilitation an der Universität Hamburg mit der Venia Legendi für Neuere Geschichte. | ||
| Auszeichnungen, Stipendien | ||
07/1995 - 12/1998 | Promotionsstipendien der Eduard Rhein Stiftung und Axel Springer Stiftung. | ||
05/2002 | Auszeichnung der Dissertation mit dem Förderpreis für herausragende Forschungsarbeiten der Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funkwesens e.V. in Höhe von 5.000 Euro. | ||
2002 | Konferenzstipendium der DFG | ||
2010 | Konferenzstipendium des DAAD (zurückgegeben) | ||
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| Berufliche Tätigkeiten | ||
10/1999 - 07/2000 | Projektleitung „Geschichte Schaumburger Frauen“ im Auftrag der Frauenbeauftragten des Landkreis Schaumburg und der Schaumburger Landschaft e.V. | ||
01/2000 - 07/2002 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt der VW-Stiftung „Stadt und Diktatur. Zum Verhältnis von urbaner Kultur und Herrschaftssystem im Deutschland der 1930er und 1960er Jahre“ am Historischen Seminar, Leibniz Universität Hannover. | ||
08/2002 - 12/2002 | DAAD Visiting Professor am History Department/German Department der University of Massachusetts, Amherst, USA. | ||
05/2003 - 12/2008 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin am SFB 434 „Erinnerungskulturen“, JLU Gießen | ||
01/2008 - 03/2008 | Gastwissenschaftlerin am ZZF Potsdam | ||
04/2009 - 07/2009 | Lehrbeauftragte am Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover | ||
05/2009 - 06/2009 | Gastwissenschaftlerin an der Universität Konstanz, SFB 485 „Norm und Symbol“. | ||
Ab 10/2009 | Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Post-Doc-Projekt IV b im Rahmen des Forschungskolleg der Universitäten Göttingen, Hannover, Oldenburg und | ||
WS 2010/11 | Vertretungsprofessur für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal. | ||
SS 2011 | Vertretung des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Konstanz im Sommersemester 2011. | ||
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| Konferenzorganisationen | ||
10/2005 | Sektion „Generational Discourses in 20th Century Germany“. Jahrestagung der GSA, Milwaukee, 2005. | ||
09/2007 | Konferenz „Medien und Imagepolitik im 20. Jahrhundert. Deutschland, Europa, USA“ mit Prof. Dr. Cornelia Rauh-Kühne und PD Dr. Daniela Münkel, Leibniz Universität Hannover. | ||
11/2007 | Workshop „Kriegskinder – Generativität – Erinnerung“ mit Prof. Dr. Jürgen Reulecke, SFB 434 Erinnerungskulturen, JLU Gießen. | ||
10/2010 | Sektion „Social Practices and the Local: National Socialism and the GDR”, Jahrestagung der GSA, Oakland, USA. | ||
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| Ausgewählte universitäre Tätigkeiten | ||
02/1992 - 12/1993 | Mitglied im Studentischen Beirat des Forschungsprojekts „Radiogeschichte und Geschlechterordnung“ im Dritten Reich und in der DDR“, Historisches Seminar, Leibniz Universität Hannover. | ||
03/1995 - 12/1996 | Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss im Forschungsprojekt der VW-Stiftung „Radiogeschichte und Geschlechterordnung im Dritten Reich und in der DDR“, Historisches Seminar, Leibniz Universität Hannover | ||
seit 1995 | Lehraufträge zur Sozial-, Medien- und Kulturgeschichte an den Universitäten Hannover, Hamburg, Gießen, Amherst (USA). | ||
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| Ausgewählte ehrenamtliche Tätigkeiten / Mitgliedschaften | ||
German Studies Association | |||
Verband deutscher Historikerinnen und Historiker, e.V. (VdH) | |||
Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen | |||
Zeitgeschichtlicher Arbeitskreis Niedersachsen | |||
Forschungsinitiative "Relations of Difference - Dynamics of Conflict in Global Perspective, Leibniz Universität Hannover | |||
AG Populärkultur und Medien der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) | |||
Mitglied im Studienkreis Rundfunk und Geschichte | |||
Vorsitzende der Arbeitsgruppe Geschichte der Schaumburger Landschaft e.V. | |||
Mitglied der Gesellschaft f. Stadtgeschichte u. Urbanisierungsforschung e.V. (GSU) |
Kurzbeschreibung des Forschungsprojekts
IVb: Ideologische Mobilisierung im „völkischen Kernland“. Zur Wirkungsmacht der Volksgemeinschaft – Goslar/milieuspezifischer AnsatzNiedersachsen ist als Untersuchungsgegenstand besonders interessant, weil es zum „Kernland deutscher Bauernkultur“ stilisiert und zugleich zum nahezu exklusiven Schauplatz der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Inszenierungen gemacht wurde. Goslar wurde 1934 als Sitz des Reichsnährstandes ausgewählt und 1936 in den Rang der „Reichsbauernstadt“ erhoben. Damit wurde die kleine Stadt im Harz zumindest symbolisch zum Zentrum einer berufsständischen Organisation mit rund 16 Millionen Mitgliedern und eines für die Zukunft postulierten „Bauernreichs“. Und dies obgleich Goslar eine Bergbau-, Handels- und Gewerbestadt war und Bauern hier keine besondere Rolle spielten. Die Reichsbauerntage in Goslar fanden im Vergleich zum Bückeberg zwar in einem relativ überschaubaren Rahmen statt, erzeugten aber nicht nur in der überregionalen Presse, sondern auch in der traditionsreichen ehemaligen Reichsstadt selbst einen starken Widerhall. Im Rahmen des Projektes wird in einem ersten Arbeitsschritt die Resonanz der ansässigen Bevölkerung auf die Reichsbauerntage analysiert und deren Bedeutung für die Produktion von „Volksgemeinschaft“ anhand von Berichten und zeitgenössischen Einschätzungen. Dabei wird gefragt, ob und wie die sozialen und kulturellen Milieus – von der Arbeiterschaft über Handwerk und Gewerbe bis zu den verbliebenen bürgerlichen Vereinen, der Heimatbewegung und den Bauern aus der Region – in die Vorbereitung und Durchführung der Reichsbauerntage integriert wurden bzw. sie sich diese aneigneten. Wie und von wem wurde die Blut- und Boden-Ideologie, die ja auf Vorbilder aus dem 19. Jahrhundert zurückging, auf die Geschichte der Stadt Goslar bezogen, in der die NSDAP schon vor 1933 die stärkste Partei war? Welche Bilder der Gegenwart und Zukunft der „Stadt des deutschen Bauern“ wurden von wem in Reden und „performative acts“ entworfen? Wie sah dies aus, als die Reichsbauerntage ab 1938 nicht mehr stattfanden? Im zweiten Arbeitsschritt wird untersucht, welche Bedeutung der bereits vor Kriegsbeginn zu verzeichnende Abbruch der „Blut-und-Boden“-Konjunktur für die Einstellung zur „Volksgemeinschaft“ hatte. Als weiteren Zugang zu diesem Aspekt ist die Konstruktion und Wahrnehmung der NS-„Volksgemeinschaft“ im kommunalen Alltag nennen, wo gesellschaftliche Ausgrenzungen und Einbindungen, infrastrukturelle und materielle Verschlechterungen oder Verbesserungen konkret erfahrbar und auch „besprechbar“ waren. Dabei wird untersucht, NS-Volksgemeinschaft in der Stadtöffentlichkeit begründet und im Verlauf der 1930er Jahre und im Krieg in den verschiedenen Milieus aufgenommen bzw. produziert und mitgetragen wurde. Welche Inklusionen etwa in den Bereichen Freizeit, Wohnen, Arbeit und Konsum, welche Exklusionen z.B. gegenüber jüdischen Mitbürgern und politisch unliebsamen Personen und Gruppierungen waren damit verbunden und wie wurden sie legitimiert? Wie wurde mit „Fremden“ umgegangen, z.B. mit der Tatsache, dass 1937 rund 2.000 auswärtige Arbeiter und im Krieg zahlreiche Zwangsarbeiter in Goslar beschäftigt waren. Im dritten Arbeitsschritt wird gefragt, wie seit 1945 vor Ort mit dem „Erbe“ der „Blut-und-Boden“-Inszenierungsorte umgegangen wurde. So ist zu fragen, ob und wie die Reichsbauerntage nach 1945 in den städtischen Erinnerungshaushalt integriert wurden. Dabei sollte auch das Fortwirken politischer Akteure und ihr Einfluss auf das lokale Gedächtnis in den Blick genommen werden. So lebte der frühere „Reichsbauernführer“ Darré bis zu seinem Tod 1953 in Goslar. Auch der NS-Oberbürgermeister Heinrich Droste kehrte nach seiner Internierung zurück und saß für die FDP als Vertreter im Stadtrat. Ferner wird untersucht, welche Bilder des Nationalsozialismus zu offiziellen Erinnerungs-Anlässen wie dem Volkstrauertag oder dem 8. Mai in Reden und in der Lokalpresse gezeichnet wurden und inwieweit die „Volksgemeinschafts“-Rhetorik fortwirkte? Gab es noch Rekurse auf die Blut-und-Boden-Propaganda? So könnte vielleicht auch die Frage beantwortet werden, warum eine kritische Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Goslar erst Ende der 1990er Jahre einsetzte, also rund 30 Jahre später als in der politischen Kultur auf Bundesebene. |
Veröffentlichungen
Monographien/Sammelbände | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Vaterlosigkeit. Eine kriegsbedingte Erfahrung im 20. Jahrhundert. (im Erscheinen) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Erinnerungen Schaumburger Familien. Lebensgeschichten im 20. Jahrhundert, Bielefeld 2009. (Hg.) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die "Generation der Kriegskinder". Historische Hintergründe und Deutungen, Gießen 2009, Hg. zusammen mit Jürgen Reulecke. Medien und Imagepolitik im 20. Jahrhundert. Deutschland-Europa-USA, Frankfurt a.M./New York 2008, Hg. zusammen mit Daniela Münkel. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Hör zu! Eduard Rhein und die Rundfunkprogrammzeitschriften (1931-1965), (Veröffentlichungen des Deutschen Rundfunkarchivs; Bd. 34), Potsdam 2001, 2003 (2. Aufl.). | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Buchteile | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Saldern, Adelheid von (Hg.), Inszenierter Stolz. Stadtrepräsentationen in drei deutschen Gesellschaften (1935-1975), unter Mitarbeit von Lu Seegers, Stuttgart 2005 (darin: Hansetradition, niederdeutsches Volkstum und moderne Industriestadt: Die Rostocker Kulturwochen (1934-1939), S. 147-181; Die Inszenierung Zwickaus als Vorreiterstadt. Stadtjubiläen im Nationalsozialismus und in der DDR (1935 und 1968), S. 185-239; "Dom des 20. Jahrhunderts". Der hannoversche U-Bahn-Bau im Kontext städtischer Kommunikations- und Imagepolitik (1965-1975), S. 369-406). | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Saldern, Adelheid von (Hg.) unter Mitarbeit von Alice von Plato, Elfie Rembold, Lu Seegers, | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Aufsätze | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Konferenzberichte |
Generationsidentitäten in Deutschland nach 1945 – ein Tagungsbericht, in: H-Soz-U-Kult, 21.2.2006, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=1055. |
Die Generation der Kriegskinder und ihre Botschaft für Europa sechzig Jahre nach Kriegsende: ein Kongressbericht, in: H-Soz-U-Kult, 28.4.2005, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=766 |
Stadtgeschichte in der NS-Zeit. Aktuelle Forschungen und Perspektiven. Ein Tagungsbericht, in: Informationen zur modernen Stadtgeschichte (2003), H. 2, S. 43-46. |
Rezensionen |
u.a. in „H-Soz-U-Kult; Sehepunkte, Archiv für Sozialgeschichte, Deutschlandarchiv, Rundfunk und Geschichte, Neue Politische Literatur, Vierteljahreshefte für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Westfälische Forschungen, Historische Anthropologie, Social History. |


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